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Entwicklung und Herausforderungen von autonomen Schiffen

Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Diskussionen über autonome Fahrzeuge. Die meisten drehen sich um Autos und Flugzeuge, was ist also mit Schiffen? Verglichen mit der Automobil- und Flugzeugindustrie hat die Welt die vollautonome Fähre ein bisschen spät genommen. In diesem Kurzbericht tauchen wir in die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen von autonomen Schiffen ein

Initiativen zur autonomen Schifffahrt schlagen Wellen

Die weltweit erste vollständig autonome Fähre „Falco“ aus Finnland wurde im Dezember 2018 erfolgreich zwischen Parainen und Nauvo, südlich von Turku, vorgeführt. Die Fähre navigierte autonom inklusive eines Kollisionsvermeidungsmanövers. Diese war kombiniert mit den Intelligence-Technologien von Rolls-Royce Ship und Finferries. Ein weiteres vollautonomes Containerschiff, die Yara Birkeland, wird vom norwegischen Schiffbauer Vard Holdings produziert. Diese soll 2022 ihre volle Autonomie erreichen.

All diese Nachrichten deuten darauf hin, dass die gesamte Schifffahrtsbranche durch autonome Technologien schnell verändert werden wird. Um in der autonomen Schifffahrt führend zu werden, gibt es verschiedene Strategien: Unternehmen wie Kongsberg und Samsung versuchen, vollständig autonome Schiffe von Grund auf zu bauen. Andere Start-ups wie Sea Machines und Shone entwickeln halbautonome Systeme, die auf bestehenden Schiffen eingesetzt werden können.

Vorteile von autonomen Schiffen

Autonome Schiffe versprechen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Optimierungsalgorithmen eine Reihe von potenziellen Vorteilen für die gesamte Schifffahrtsbranche.

Schauen wir uns zwei Zahlenreihen an. Erstens werden laut einer Studie der Allianz zwischen 75 % und 96 % der Unfälle im Seeverkehr durch menschliches Versagen verursacht. Die Einführung von voll- und teilautonomen Schiffen kann dazu beitragen, die Zahl der durch menschliches Versagen verursachten Unfälle zu reduzieren.

Herausforderungen von autonomen Schiffen

Technisch gesehen gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen autonomen Schiffen und Autos. Die Hauptidee ist, künstliche Intelligenz für Situationsbewusstsein, Entscheidungsfindung und Bewegungssteuerung zu nutzen. Natürlich sind die Engpässe die gleichen wie in anderen Industrien. So z.B. wie man mit einer Situation umgeht, die man noch nie erlebt hat. Man hat Jahre damit verbracht, die Sicherheit von autonomen Systemen auf 90 % zu verbessern, aber der nächste Schritt von 90 % auf 99 % braucht vielleicht noch mehr Zeit.

Außerdem führen die relativ hohen Testkosten zu einem Mangel an Verifizierung von Schiffen, die in überfüllten Gewässern operieren. Daher haben die Diskussionen über erhebliche Sicherheitsbedenken nie aufgehört. Bestehende internationale Konventionen, können der neuen Situation nicht mehr gerecht werden. Als Reaktion darauf hat die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) ihre Arbeit aufgenommen. Diese bewerten und aktualisieren Konventionen, um die Sicherheit in einer neuen Realität zu gewährleisten. In dieser ist die KI anstelle von Menschen der Kapitän.

Und obwohl die Schiffsbranche immer digitaler und datengesteuerter wird: der Mangel an offenen Datenquellen im Vergleich zur Automobilindustrie verlangsamt. Diese ist relevant für das Training des neuronalen Netzwerkmodells die Entwicklung von autonomen Schiffen.

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